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Bundesverdienstkreuz an Edgar Arend

Aus der Hand des saarländischen Innenministers Klaus Bouillon erhielt der langjährige Landesinnungsmeister des saarländischen Schreinerhandwerks, Edgar Arend, aus Wadern-Bardenbach, in Anerkennung seiner großen Verdienste für Staat und Gesellschaft das Bundesverdienstkreuz am Bande im Rahmen einer kleinen Feierstunde in den Räumlichkeiten des Wirtschaftsverbandes Holz und Kunststoff in Saarbrücken. Arends Verdienste lagen in einer mehr als 20-jährigen Vorstandstätigkeit in der Innung, davon 16 Jahre als Landesinnungsmeister und weiteren ehrenamtlichen Tätigkeiten bei der Handwerkskammer des Saarlandes und beim Bundesverband Holz und Kunststoff, unter anderem als langjähriger Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses der Kammer und als Mitglied des Präsidiums des Bundesinnungsverbandes. Zudem engagierte sich Edgar Arend in seiner Heimatgemeinde kommunalpolitisch, darunter auch für eine Legislaturperiode als Ortsvorsteher in Bardenbach.

 Edgar Arend ist ein Bardenbacher Urgestein. Am 21.11.1950 wurde er im Waderner Stadtteil Bardenbach geboren, wo er bis heute immer noch lebt und die elterliche Schreinerei weiterführt. 1983 übernahm er den väterlichen Betrieb, den man heute als typischen Kleinbetrieb des Schreinerhandwerks bezeichnen kann, wo der Chef noch selbst mitarbeitet.

Er hat sich stets für die Dorfgemeinschaft eingesetzt und die Belange der Bürgerinnen und Bürger in vielen Bereichen mit ganzer Kraft vertreten. Herr Arend war über viele Jahre kommunalpolitisch tätig und engagierte sich ehrenamtlich in den unterschiedlichsten Bereichen im Ort. Ein Hauptaugenmerk richtete er auf handwerkspolitische Themen.

Sein ehrenamtliches Engagement für das Handwerk begann nach seiner Meisterprüfung im Schreinerhandwerk im Jahr 1972 und der Übernahme der elterlichen Schreinerei 1983. Als Gründungsmitglied des Forums Junger Handwerker im Jahr 1982 half er mit, den Gedanken der Selbstverantwortung und Selbstverwaltung – eine tragende Säule unseres Staats- und Gesellschaftssystems – zu verbreiten und zu stärken. Das Forum Junger Handwerksunternehmer als Einrichtung der Handwerkskammer des Saarlandes will - überfachlich - jungen Handwerkerinnen und Handwerkern helfen, ihre unternehmerischen und beruflichen Leistungen zu steigern, ihre Persönlichkeit zu entfalten und sie zur Führungsverantwortung in Handwerksunternehmen, in Handwerksorganisationen, Staat und Gesellschaft zu befähigen. Arend sah hier eine gewichtige, zukunftsorientierte Aufgabe. Systematisch wurden unter seinem Vorsitz, den er sechs Jahre lang von 1986 bis 1992 inne hatte, bei der jungen Handwerkergeneration die Bereitschaft und die Fähigkeit zur Übernahme von gesellschafts- und handwerkspolitischen Aufgaben gefördert.

Selbst gelernter Schreiner, lag ihm der Nachwuchs der eigenen Berufsorganisation natürlich besonders am Herzen. Als Dozent in den Meistervorbereitungskursen der Handwerkskammer  vermittelte er  die fachtheoretischen Kenntnisse. Als Mitglied des Meisterprüfungsausschusses wirkte Arend mit bei Entscheidungen über Zulassungen, Feststellen der Noten für die Teile der Meisterprüfung oder das Bestehen oder Nichtbestehen der Meisterprüfung. Dazu gehörte auch die Tätigkeit als Schaumeister bei der Anfertigung des Meisterprüfungsprojektes. Überhaupt war ihm der persönliche Kontakt zu den Meisterschülerinnen und -schülern immer ein besonderes Anliegen gewesen.

Arend war Mitglied in der Vollversammlung der Handwerkskammer des Saarlandes als zentrales und oberstes Gremium der Kammer. Die 45 gewählten Mitglieder, von denen 30 selbstständige Handwerker oder Inhaber von Betrieben des handwerksähnlichen Gewerbes sowie 15 Gesellen bzw. Arbeitnehmervertreter sind, bestimmen maßgeblich die Grundsatzentscheidungen der Kammer und üben das Budgetrecht aus. Die Mitglieder der Vollversammlung wählen aus ihren Reihen den Präsidenten, die beiden Vizepräsidenten sowie den Vorstand.

Seit dem gleichen Zeitpunkt im Jhr 1993 war er im Berufsbildungsausschuss der Handwerkskammer vertreten. Er wurde erstmals 1989 als stellvertretendes Mitglied gewählt. Ab 1994 war er reguläres Mitglied übernahm von 1999 bis 2009 besondere Verantwortung als Vorsitzender dieses Gremiums. Von 2009 bis 2014 war er wieder stellvertretendes Mitglied. Dieser Ausschuss ist in allen wichtigen Angelegenheiten der beruflichen Bildung zu unterrichten und zu hören. Es ist das Entscheidungsgremium in allen wichtigen Fragen der Ausbildung oder der finanziellen Ausstattung der Ausbildungszentren.

Fast 20 Jahre war Arend als aktives Stiftungsratsmitglied der Stiftung Saarländisches Handwerk tätig. Diese Stiftung verfolgt das Ziel und den Zweck, die staats- und gesellschaftspolitische Bildung, die internationale Verständigung, insbesondere die europäische Einigung sowie die Aus-, Fort- und Weiterbildung vor allem im Handwerk zu fördern. Im Mittelpunkt der Stiftungsarbeit, in der sich Arend engagierte und sein Fachwissen einbrachte, steht der einzelne Handwerker. Durch geeignete Fördermaßnahmen sollen Urteils- und Kritikfähigkeit, Verantwortungs- und Leistungsbereitschaft und die Selbstständigkeit unterstützt werden. Handwerkerinnen und Handwerker sollen in verstärktem Maße auch für die politische Arbeit interessiert und ihre Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen, beispielsweise durch ein Mandat in Stadt- oder Gemeindeparlamenten gefördert werden. Es gehört ebenso zur Philosophie der Stiftung, dafür Sorge zu tragen, dass ein ausreichendes Potential an ehrenamtlich Tätigen zur Verfügung steht.

Das verstärkte Engagement von Edgar Arend in seiner Berufsorganisation begann im Jahr 1992 mit der Wahl zum Bezirksobermeister der Schreinerinnung Merzig Wadern. Hier stand er rund 40 Mitgliedsbetrieben vor, die regelmäßig in fachlichen Veranstaltungen über die aktuelle Innungsarbeit informiert wurden. Arend stand den Firmeninhabern für deren Fragen zur Verfügung.

1992 übernahm Arend auch das Amt des stellvertretenden Landesinnungsmeisters der Fachinnung Holz und Kunststoff Saar und des stellvertretenden Vorsitzenden des Wirtschaftsverbandes Holz und Kunststoff Saar. Der Wirtschaftsverband Holz und Kunststoff Saar e.V. wurde 1948 als Zusammenschluss der einzelnen, damals auf Kreisebene noch selbständigen Schreinerinnungen des Saarlandes gegründet.

1973 erfolgte die Umwandlung in einen eingetragenen Verein mit den einzelnen Innungsbetrieben als Mitglied zeitgleich mit der Errichtung der Landesinnung. Zurzeit betreut der Verband 330 Betriebe, überwiegend aus dem Schreinerhandwerk, aber auch dem Bestattergewerbe oder der Montage von Bauelementen. Insbesondere unterhält der Verband das überbetriebliche Ausbildungszentrum in Saarbrücken-Von der Heydt. Etwa 270 Lehrlinge aus allen drei Lehrjahren besuchen jährlich die verschiedenen ein- bis zweiwöchigen Lehrgänge in Von der Heydt. Hinzu kommen noch die Meisterschüler der Staatlichen Techniker- und Meisterschule.

Nach  „sechs Lehrjahren“ als Stellvertreter erfolgte 1998 die Wahl zum Landesinnungsmeister der Fachinnung Holz und Kunststoff Saar (heute Innung für Schreiner, Bestatter und Baufertigteilmonteure im Saarland) und zum Vorsitzenden des Wirtschaftsverbandes Holz und Kunststoff Saar. Dieses Amt bekleidete er bis zum Jahr 2014. In dieser Zeit profilierte er sich als engagierter Mitstreiter, der sich stets um das Wohl des saarländischen Schreinerhandwerks bemühte. Er initiierte etliche Aktionen von Innung und Verband und brachte sich in den Fragen der Berufsausbildung ein und zeigte sich als Befürworter der handwerklichen Meisterausbildung. Ob in schwierigen Tarifverhandlungen, Fragen zum Schreinernachwuchs, zur überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung in der Ausbildungsstätte in Saarbrücken-Von der Heydt oder bei verbandspolitischen Themen -  sein Wirken war stets auf das Wohl des saarländischen Schreinerhandwerks ausgerichtet wobei er sich immer bemühte, Lösungsansätze zu finden.

Arend hat einen wesentlichen Anteil an der beachtlichen Gesamtentwicklung des saarländischen Schreinerhandwerks. In seine Amtsperiode fielen mehrere Modernisierungen der überbetrieblichen Lehrwerkstatt oder auch der Verbandsgeschäftsstelle. Heute agiert die Geschäftsstelle überregional und ist Sitz des Deutschen Holztreppeninstitutes (DHTI) mit etwa 80 Betrieben bundesweit. Angeschlossen hat sich auch das saarländische Raumausstatterhandwerk, wo man sich um die Belange von etwa 40 Betrieben kümmert. Das Kompetenzzentrum in Von der Heydt vertritt mittlerweile auch die Innung Parkett und Fußbodentechnik Pfalz-Rheinhessen-Saarland.

Sein Engagement fand dann auch entsprechend bundesweite Beachtung. So wurde er im Jahr 2003 Mitglied des siebenköpfigen Präsidiums des Bundesverbandes Holz und Kunststoff in Berlin. Dieses Amt bekleidete er mit großem Engagement und innerer Überzeugung. Es ist die Dachorganisation von 15 Landesfachverbänden, die wiederum die Innungen beziehungsweise einzelne Betriebe vertreten. Die Innungs­mitglieder  werden in ihrer betrieb­lichen Praxis unterstützt und nach außen ver­treten. Momentan umfasst das Tischler- und Schreiner­handwerk etwa 41.600 Betriebe mit rund 180.000 Beschäf­tigten. Der Jahres­umsatz der Branche beträgt zirka 17 Milliarden Euro. Durch Rahmenabkommen des Bundesverbandes haben die Mitgliedsbetriebe auch geldwerte Vorteile.

Die Bedingungen der Mitgliedsunternehmen kontinuierlich und nachhaltig zu verbessern, war das erklärte Ziel des Präsidiumsmitgliedes Edgar Arend. Dabei war wichtig, Herausforderungen rechtzeitig zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu finden. So leistet Arend auch heute seinen Beitrag, die Zukunftsfähigkeit der Tischler-/Schreinerbranche konsequent zu sichern.

Mit Übernahme des elterlichen Betriebes im Jahr 1983 lernte Arend die Sorgen und Nöten eines selbständigen Schreinermeisters kennen. In der nun über 30jährigen Selbständigkeit als mittelständisches Unternehmen hat er für den Schreinernachwuchs gesorgt und 25 Lehrlinge ausgebildet. Darunter waren auch  lernbehinderte Jugendliche mit Sonderschulabschluss.

Trotz des berufsständischen Engagements fand er die Zeit für die Familie und übernahm während der Schulzeit seiner Kinder zunächst die Funktion des Klassenelternsprechers und später die Funktion des Schulelternsprechers der Grundschule Bardenbach.

Bei der Fülle von Ehrenamtstätigkeiten in der Berufsorganisation sorgte er sich auch stark um die Belange der Bürgerinnen und Bürger seines Heimatdorfes Bardenbach. Sein zweites Steckenpferd war die Kommunalpolitik. Schon früh interessierte ihn die Politik auf Orts- und Stadtebene. Sein kommunalpolitisches Engagement begann mit der Mitgliedschaft in der Jungen Union, wo er den Stadtverbandsvorsitz mehrere Jahre inne hatte.  Während der zehnjährigen Mitgliedschaft im Ortsrat (1979-1989) übernahm er mit 33 Jahren ein Jahr lang  (1983-1984) die Verantwortung als Ortsvorsteher in dem 850 Einwohner zählenden Stadtteil Wadern-Bardenbach. Von 1984 bis 1999 folgte dann die 15 jährige Mitwirkung im Waderner Stadtrat, wo er die Interessen des Heimatdorfes vertrat.  

Als höchstes Organ der IKK Südwest ist der Verwaltungsrat für die Unternehmenspolitik verantwortlich. Der Verwaltungsrat hat in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Vorstand die Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung zu treffen. Er stellt die Weichen in den zentralen Fragen der Gesundheits–, Sozial– und Unternehmenspolitik der IKK Südwest. Auch hier wirkte Edgar Arend seit dem Jahr 2009 bis 2017 als stellvertretendes Mitglied.

Das bürgerschaftliche Engagement wird weiterhin verdeutlicht durch zahlreiche Mitgliedschaften in den dörflichen Vereinen von Bardenbach wie Sportverein, Tennisclub, Musikverein, Radsportverein oder dem Alpenverein, in dem er  bei der Organisation von Ski-Freizeiten mithalf.  Nicht unerwähnt bleiben sollte auch die fünfjährige Mitgliedschaft (1975-1980) im Pfarrgemeinderat Herz-Jesu Nunkirchen.

 

 

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